Plattfuß

Was versteht man unter Plattfuß? Wie kann man einen Plattfuß erkennen? Wie kommt es eigentlich zu einem Plattfuß? Wie kann man seine Entstehung vermeiden? Sind Barfußschuhe für Plattfüße geeignet? Wir bringen ein paar Erkenntnisse:

Inhalt

Was versteht man unter Plattfuß?

Einfach gesagt: Plattfüße sind dadurch gekennzeichnet, dass sie bei normalem Stehen mit der gesamten Fußsohle die Oberfläche berühren.

Wie kann man einen Plattfuß erkennen?

Plattfüße lassen sich am einfachsten anhand eines Fußabdrucks erkennen. In seiner groben Form kann er z. B. erkannt werden, wenn man mit einem nassen Fuß auf den Boden tritt, oder barfuß an einem Sandstrand, in weicher Erde oder Schlamm läuft. Das genaueste Ergebnis liefert eine Untersuchung auf einem Podoskop (Spiegelkasten).

Fußabdrücke, Platftfuß

Während die Breite des Fußabdruckes in der Mitte bei einem gesunden Fuß etwa der Hälfte der maximalen Breite entspricht, bleibt bei einem Plattfuß der Abdruck von der Ferse bis zu den Zehen etwa gleich breit. Wenn aber der Fußabdruck in der Mitte fast oder ganz fehlt, ist dies ein Zeichen für einen hohen Spann, der ebenfalls nicht gesund ist.

Entstehung eines Plattfußes

Ein Plattfuß entsteht infolge einer Schwächung oder eines vollständigen Zusammenbruchs des Fußgewölbes. Eine gewisse Rolle kann auch die Genetik spielen, aber am häufigsten werden Plattfüße durch ungeeignete Schuhe (insbesondere enge Schuhe und Schuhe mit Absätzen), einen schlechten Gehstil (lange, schnelle Schritte und Fersenstampfen), ganztägiges Stehen bei der Arbeit, Verletzungen, Übergewicht usw. verursacht.

Häufig haben die Menschen keine Plattfüße, sondern nur Knickfüße (gebogene Fehlstellung der Füße), wodurch sie ihr Gewicht falsch verteilen. Wenn sie dann den Knöchel mit dem ganzen Bein ausrichten, kommt das scheinbar verlorene Gewölbe plötzlich wieder zum Vorschein.

Wie kann man Plattfüße wieder aufrichten?

Glücklicherweise können wir die meisten der oben genannten Faktoren beeinflussen. Bei Kleinkindern können wir die Entstehung schädlicher Bewegungsmuster von den ersten Schuhen an verhindern. Und bei Erwachsenen können wir das Fußgewölbe durch Training allmählich wieder in seine ursprüngliche Stärke und Funktion bringen.

Das Problem mit Plattfüßen kann jedoch nicht durch maßgefertigten orthopädischen Schuheinlagen gelöst werden. Sie stützen zwar effektiv das Fußgewölbe, was sicherlich Schmerzen lindert und den Fuß in eine bessere Ausgangsposition bringt, aber eine passive Korrektion zwingt die Muskeln nicht zur aktiven Arbeit und damit zur natürlichen Stärkung des Fußgewölbes. Das einzige Mittel, das eine Verbesserung garantiert, ist daher das natürliche Training der Beinmuskulatur.

Fußübungen für Plattfüße

In der ersten Reihe hilft es, so viel wie möglich barfuß (also ohne Schuhen) zu laufen. Ziehe die Schuhe aus, wo immer es Dir die Umgebung (Oberflächen) erlaubt. Zu Hause auf dem Teppich, im Rasen im Garten, am Sandstrand, ... gib Deinem kleinen Kind die Schuhe nicht, wenn es wirklich nicht nötig ist (vermeide zu enge Kindersocken). Wir können die Nerven in den Fußsohlen auch durch einfaches Streicheln stimulieren. Dadurch wird das Gehirn daran erinnert, dass es Muskeln zur Verfügung hat, die es benutzen kann.

Massageball, Fußtrainieren

Das Gehirn muss die richtigen Bewegungsmuster speichern, die man zum Beispiel beim Barfußlaufen auf einem runden Baumstamm erlernt. Als Nächstes kannst Du versuchen, Deine Füße so zu Formen, als wenn man die Hände zu einer Faust bildet. Dann versuch die Füße zu entspannen und die Zehen so weit wie möglich auszubreiten. Auch das Kreisen mit den Knöcheln kann helfen, schlaffe Muskeln wieder zu aktivieren.

Für Plattfüße geeignete Schuhe

Die positiven Auswirkungen der Bewegung werden zunichte gemacht, wenn man anschließend enge Schuhe anzieht. Wie eine Studie mit 2300 indischen Kindern gezeigt hat, leiden Kinder, die komplett barfuß laufen, am wenigsten unter Plattfüßen, Kinder, die geräumige Sandalen oder Hausschuhe tragen, etwas mehr, und Kinder, die an geschlossene Schuhe gewöhnt sind, am meisten.

Daher empfehlen die Physiotherapeuten, hauptsächlich breite (mit breiter Zehenbox) und weiche Schuhe ohne Absätze im Freien zu tragen. Genau das erfüllen die Barfußschuhe, die den Muskeln und dem Fußgewölbe ermöglichen, sich auf natürliche Weise zu stärken. Dank ihrer dünnen Sohlen werden außerdem die Nervenrezeptoren im Fuß stimuliert. Außerdem kann man die falsche Gehtechnik besser wahrnehmen.

Natürlich gibt es auch Menschen mit einer strengen medizinischen Anamnese, die es ihnen verbietet, Barfußschuhe zu tragen. Für die Mehrheit der Bevölkerung (vor allem für Kinder) können Barfußschuhe jedoch als das am besten geeignete Schuhe zur Beseitigung von Plattfüßen empfohlen werden. Auch wenn Dein Arzt Dir orthopädische Einlagen verschrieben hat, ist es sicherlich besser, diese in geräumigen Barfußschuhen, als in den engen Schuhen, einzulegen.